Tofacitinib bei kutaner Sarkoidose wirksam

Di, 02/05/2019 - 13:24

New Haven/Connecticut - Der Dermatologe Dr. Brett King von der Yale School of Medicine in New Haven/Connecticut, der den Januskinase-(JAK-)Inhibitor Tofacitinib bereits bei anderen hartnäckigen Hauterkrankungen wie Vitiligo, Alopecia areata und Ekzemen erfolgreich eingesetzt hat, berichtet nun in einem Fallbericht im New England Journal of Medicine von der erfolgreichen Behandlung einer Patientin mit kutaner Sarkoidose. Tofacitinib ist seit dem letzten Jahr als Reservemittel zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis zugelassen und könnte nach King auch bei der Sarkoidose wirksam sein.
Dabei handelt es sich um eine entzündliche, therapieresistente Erkrankung, die zur Bildung von nicht verkäsenden Granulomen führt. Viele Patienten erholen sich ohne Behandlung, ähnlich wie bei der Alopecia areata, bei anderen kommt es zu schweren Funktionsstörungen, wobei vor allem Lungen, Herz und Augen betroffen sind. Bei jedem vierten Patienten bilden sich die Granulome auch auf der Haut.

 

Brett King und sein Team behandelten eine 48-jährige Patientin, die bereits mit topischen Steroiden, Minocyclin, Hydroxychloroquin, Methotrexat, Adalimumab, Tacrolimus und Apremilast erfolglos behandelt worden war. Da sie unter Hypertonie, Hyperlipidämie und Typ-2-Diabetes litt, kam eine langfristige systemische Steroidbehandlung nicht infrage.
Im ersten Behandlungszyklus über 6 Monate kam es zu einer kontinuierlichen Rückbildung der Granulome auf der Haut. Der die Krankheitsaktivität messende Score verbesserte sich von 85 auf 31 Punkte.
Nach dem Absetzen kam es jedoch wieder zu einer Verschlechterung auf 85 Punkte.
Ein zweiter Zyklus wurde nach 3 Monaten beendet, als der CSAMI auf 53 Punkte abgefallen war.
Nach einem erneuten Rückfall wurde die Behandlung zum dritten Mal aufgenommen und dauert bis heute an. Innerhalb von 10 Monaten verschwanden die Granulome vollständig. Es blieb lediglich eine Pigmentierung zurück.
Unter der fortgesetzten Therapie ohne Nebenwirkungen sei es laut King bisher zu keinem Rezidiv gekommen.

Quelle:
The New England Journal of Medicine

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