Haarausfall Neuigkeiten

09/07/2019

haircoaching - Ist eine Patientin, ein Patient nach einer Haartransplantation wirklich zufriedener mit seinem Aussehen als vorher? Immer wieder wurde versucht, die Zufriedenheit von Patienten nach einer Haartransplantation zu erfassen. Leider mangelte es an geeigneten Bewertungsinstrumenten, um eine zuverlässige Einschätzung erfassen zu können. Der FACE-Q Fragebogen soll nach Aussage einer neuen Studie1 das richtige Bewertungsmittel sein.
Wie eine neue Studie aus China zeigt, können die Daten des FACE-Q dazu genutzt werden, um die Patienten vor der Transplantation besser aufzuklären und  unrealistische Erwartungen zu relativieren. Dieses Instrument wird bereits bei ästhetischen Gesichtskorrekturen verwendet und misst u.a. die Zufriedenheit mit dem Aussehen oder die gesundheitsbezogene Lebensqualität.
Offenbar hängt die Zufriedenheit bei Haartransplantationen weniger vom Geschlecht, Alter oder Familienstand ab. Je höher Einkommen und Bildungsgrad, um so größer war die Zufriedenheit mit der Haartransplantation .

Quelle:
Liu Y, Liu F, Qu Q, Fan ZX, Miao Y, Hu ZQ. Evaluating the Satisfaction of Patients Undergoing Hair Transplantation Surgery Using the FACE-Q Scales. Aesthetic Plast Surg. 2019 Jan 3.

09/07/2019

haircoaching - Die Abkürzung AGS steht für Adrenogenitales Syndrom, einer angeborenen Störung der Hormonbildung in der Nebennierenrinde. Hierbei kann es zu einer sogenannten androgenen Alopezie kommen, nicht zu verwechseln mit dem Begriff androgenetische Alopezie, kurz AGA. Bei AGS führen teils erhöhte männliche Hormone zu einer Alopezie, die meist klinisch wie ein erblicher Haarausfall aussieht, jedoch teils ein eher männliches Muster aufweist. Unter Umständen kommen noch ein Hirsutismus (vermehrte Körperbehaarung nach männlichem Muster) und fettige Haut bzw. Akne hinzu. Liegt zusätzlich eine genetische Überempfindlichkeit vor, ist es noch ausgeprägter.
Die Behandlung des AGS gehört in die Hände von Endokrinologen und endokrinologischen Gynäkologen. Zusätzlich wird in der Haarsprechstunde beim Dermatologen behandelt. Ähnlich wie bei AGA wird meist Minoxidil eingesetzt, während die weiteren Probleme eine Laserenthaarung, Aknetherapie o.ä. erforderlich machen.

09/07/2019

haircoaching - Bereits im letzten Jahr hatten wir darauf hingewiesen, dass für eine Studie Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis 17 Jahren für eine Studie gesucht werden. Diese Studie zur Behandlung von Alopecia areata wird vom klinischen Studienzentrum für Haut- und Haarforschung der Hautklinik der Charite Berlin und der Hautarztpraxis Dr. Uwe Schwichtenberg in Bremen-Vegesack angeboten. Alle Informationen zur Studie findest du unter dem folgenden Link: Studie-Kinder-Areata

Auf der Informationsplattform von haarerkrankungen.de wird nun nochmals zur Teilnahme an dieser Studie aufgerufen. Es werden demnach weitere Probandinnen und Probanden benötigt. Bei Interesse bitte direkt bei den genannten Stellen melden!

11/06/2019

haircoaching - Im Jahr 2017 war Jenny Latz zu Gast im Studio des WDR5 in der Sendung Leonardo mit Thema "Haare - völlig überbewertet?" und stand anschließend für Hörerfragen zur Verfügung. Wenn du die Sendung verpasst hast, kannst du sie dir im folgenden Podcast nochmal anhören.

11/06/2019

haircoaching - Vor dem Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (LSG)  klagte eine 55-jährige Frau, die an Schuppenflechte und kreisrundem Haarausfall litt. Bei dem Verfahren ging es darum, ob die Krankenkasse lediglich eine Standardperücke oder der Klägerin eine maßgefertigtes Echthaarteil erstatten muss. Das LSG Niedersachsen-Bremen stellte fest, dass ein teilweiser Haarverlust bei einer Frau bereits eine Behinderung sei. (Urt. v. 26.03.2019, Az. L 4 KR 50/16) und somit die Krankenkasse der Frau die gesamten Kosten für das Echthaarteil erstatten muss.
Den Anspruch leitete der Senat aus § 33 Abs. 1 Satz 1 Fünftes Sozialgesetzbuch (SGB V) ab, der besagt, dass Versicherten Hilfsmittel zustehen, um eine Behinderung auszugleichen. Da die Richter den partiellen Haarverlust bei einer Frau als eine Behinderung in diesem Sinne betrachteten, stünde ihr das Hilfsmittel zu, um die Selbstbestimmung zu fördern und gleichberechtigt am gemeinschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Im Einzelfall könne ein maßgefertigtes Echthaarteil aus medizinischen Gründen erforderlich sein. Dann könne die Versicherte nicht gezwungen werden, eine Perücke aus Kunsthaar zu tragen.
Der Senat stützte sich vor allem auf die Ausführungen des behandelnden Dermatologen, der riet aufgrund der Schuppenflechte davon abriet, das restliche Haar vollständig mit einer Perücke zu verdecken. Eine Kunsthaarperücke zum Festbetrag stellte somit nach Ansciht des LSG keine zweckmäßige Versorgung dar.
Dieses Urteil könnte auch für Frauen mit vernarbendem Haarausfall eine Orientierung sein, da diese Betroffenen meist nur einen Teil des Kopfes bedecken müssen.

11/06/2019

haircoaching - Nach verschiedenen Klagen in den USA gegen einen Hersteller von Finasterid haltigen Tabletten gegen den erblichen Haarausfall beim Mann sind nun auch in Deutschland insgesamt drei Kläger vor Gericht gezogen. Es könnte zumindest ein Musterprozess werden.
Ein 36-Jähriger klagt wegen Impotenz und starken Schmerzen im Unterleib vor dem Landgericht Paderborn auf Schadensersatz und Schmerzensgeld. Die beiden anderen Prozesse laufen vor den Landgerichten Berlin und Stuttgart. Es bleibt abzuwarten, ob Finasterid als Pille gegen Haarausfall vom Markt genommen werden muss oder nicht.

In einem Interview mit Medscape äußerte sich der Haarexperte, Prof. Hans Wolff, LMU München im Jahr 2014 noch kritisch gegenüber den von Finasterid-Gegnern vorgebrachten Argumenten. Hier geht es zum Interview: MEDSCAPE

28/05/2019

haircoaching - Die starke Zunahme vernarbender Alopezien in den letzten Jahren hat auch Forscher dazu veranlasst, sich stärker mit diesen Formen von Haarausfall zu befassen. Die Folliculitis decalvans (FD) ist eine seltene neutrophile (Bezug weiße Blutkörperchen) Narbenalopezie, die eine therapeutische Herausforderung für Dermatologen darstellt.
Spanische Forscher haben in einer Studie mit 82 FD-Patienten im Jahr 2015 versucht, Epidemiologie, Komorbiditäten, klinisches Erscheinungsbild, diagnostische Befunde und therapeutische Möglichkeiten zu beschreiben.
Diese retrospektive multizentrische Überprüfung umfasste Patienten, bei denen aufgrund klinischer und histopathologischer Befunde eine FD diagnostiziert wurde. Der klinische Schweregrad wurde durch den maximalen Durchmesser des größten Alopeziebereichs bestimmt (leicht: <2 cm, mittel: 2-4,99 cm, schwer: 5 cm oder mehr). Das Ansprechen auf die Therapie wurde in Abhängigkeit von den klinischen Symptomen (Juckreiz und Trichodynie), den Entzündungszeichen (Erythem, Pusteln und Krusten) und der Ausdehnung des Alopeziebereichs als Verbesserung, Verschlechterung oder Stabilisierung bewertet.
Von den 82 Patienten waren 52 Männer und 30 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren. Es waren keine signifikanten Komorbiditäten (weitere hinzukommende Erkrankungen) vorhanden. Bei drei Männern war eine Familiengeschichte vorhanden. Bei 17 Patienten (21%) wurde eine schwere FD beobachtet. Die mit schwerer FD verbundenen unabhängigen Faktoren waren: Einsetzen der FD vor dem 25. Lebensjahr und Vorhandensein von Pusteln. Orale Antibiotika (Tetracycline und die Kombination von Clindamycin und Rifampicin) verbesserten 90% und 100% der Patienten mit einer mittleren Ansprechdauer von 4,6 bzw. 7,2 Monaten.

Fazit
Das Einsetzen der FD vor dem 25. Lebensjahr und das Vorhandensein von Pusteln im Alopeziebereich waren mit einer schweren FD verbunden. Tetracycline und die Kombination von Clindamycin und Rifampicin waren die nützlichsten Behandlungen.

Quelle:
Folliculitis decalvans: a multicentre review of 82 patients.

28/05/2019

USA - Wissenschaftler des Columbia University Medical Center haben über Zelltransplantation neue Haare auf kahler menschlicher Haut wachsen lassen. Bisher gelang dies nur bei Mäusen. Beim Menschen funktionierten diese Versuche bislang nicht. Im Labor verwandelten sich die haarbildenden Zellen bei der Vermehrung immer wieder in normale Hautzellen.
Die Wissenschaftler konnten 2013 dieses erste Problem lösen. Für ihre Studie1 wurden die Zellen von sieben Männern mit erblichem Haarausfall entnommen. Nach der Vermehrung dieser Zellen in menschlicher Haut wurden diese auf den Rücken von Mäusen transplantiert. Bei fünf der sieben Versuchsreihen bildeten sich innerhalb von sechs Wochen neue Haarfollikel. Ein DNA-Test bestätigte, dass die Haare menschlichen Ursprungs waren und zu dem jeweiligen Spender passten. Allerdings wuchsen zum Teil nur recht kleine Haare, die nicht alle Hautschichten durchdringen konnten.

Bis zum Versuch am Menschen müssen noch viele Fragen geklärt werden. Bisher ist unklar, wodurch genau Haarfarbe oder Wuchsrichtung bestimmt werden. Es fehlt an Langzeitstudien. Auch die Kosten einer solchen Zelltransplantation können noch nicht abgeschätzt werden.

Quelle:
1Microenvironmental reprogramming by three-dimensional culture enables dermal papilla cells to induce de novo human hair-follicle growth

28/05/2019

Barcelona - Wenn man sich für eine Haartransplantation entscheidet, sollte man sich vorab über die Methode informieren, mit der die Spenderhaare - meist am Hinterkopf - entnommen werden. Im wesentlichen wird nach zwei Entnahmetechniken unterschieden: FUT und FUE

FUT
Diese Abkürzung bedeutet Follicular Unit Transplantaion, d.h. es wird ein Hautstreifen mit mehreren Haarfollikeln entnommen, unter dem Mikroskop zerteilt in sogenannte Grafts und diese dann an die neue Stelle verpflanzt.

FUE
Ebenfalls aus dem Englischen kommend bedeutet FUE Follicular Unit Extraction. Bei diesem neueren Verfahren werden direkt einzelne Grafts im Spenderbereich entnommen, in Nährlösung zwischengelagert und an neuer Stelle eingepflanzt.

Immer mehr Anbieter von Haartransplantationen sind in letzter Zeit dazu übergegangen, grundsätzlich nur eine der beiden Methoden als DIE beste anzupreisen. Dr. med. Andreas Finner, vom Trichomed Zentrum, Berlin und Mitglied des Expertenrats von Haircoaching® hat bei einem Vortrag auf dem diesjährigen 11. Weltkongress für Haarforschung in Sitges, Barcelona vom 24. bis 27. April 2019 FUT und FUE miteinander verglichen und kommt zu dem Ergebnis, dass erst im Einzelfall entschieden werden kann, welche Methode erfolgversprechender ist.
Den Artikel findest du unter dem folgenden Link: FUT noch relevant? Um den vollständigen Text lesen zu können, musst du dich bitte anmelden oder erstmalig registrieren.

23/05/2019

haircoaching - In den letzten Jahren höre ich von einigen Areata-Betroffenen, mit denen ich schon seit über Jahrzehnten in Kontakt stehe, dass sie weitere Autoimmunerkrankungen neben der Areata bekommen haben. Schon lange spricht man von einer sogenannten "Vergesellschaftung" der Alopecia areata mit weiteren Autoimmunkrankheiten unter Wissenschaftlern. Zum Zusammenhang zwischen der Alopecia areata und weiteren autoimmunen Erkrankungen gibt es unzählige Untersuchungen, die jedoch vorwiegend aus dem Ausland, insbesondere aus den USA stammen.
Für meine Recherche bekam kompetente Hilfe von Frau Univ.-Prof. Dr. med. Ulrike Blume-Peytavi, Kommissarische Direktorin der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie an der Charité in Berlin und von Frau Prof. Dr. med. Regina Betz, Fachärztin am Institut für Humangenetik der Universität Bonn und Mitglied des Expertenrats von Haircoaching®. Hierfür vorab mein herzlicher Dank! Den ausführlichen Artikel kannst du unter dem folgenden Link lesen: KOMORBIDITÄT
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