Haarausfall Neuigkeiten

14/08/2016

haircoaching - Derzeit läuft am Kompetenzzentrum Haarerkrankungen der Charité in Berlin eine Patientenbefragung zu der stark zunehmenden vernarbenden Alopezie Morbus Kossard. Es handelt sich dabei nicht um eine Studie, sondern um ein sogenanntes dermatologisches Register. Dabei werden zunächst nur Patienten mit einer bestimmten Erkrankung erfasst. Teilnehmen können auch nicht die Patienten direkt, sondern der behandelnde Arzt meldet den jeweiligen Patienten und füllt einen Fragebogen aus.
Diese Register dienen zur Erfassung des Ausmaßes der Erkrankung und als Grundlage möglicher folgender Studien.
Wenn Sie an Morbus Kossard, der frontal fibrosierenden Alopezie leiden und dies unterstützen wollen, müssen Sie folgendes tun:
Gehen Sie zu Ihrem Dermatologen
Weisen Sie ihn auf das Morbus-Kossard-Register hin
Ihr Dermatologe muss dann unter den Kontaktdaten des o.a. Links alle Unterlagen und den Fragebogen anfordern
Dann holt er Ihre Einwilligung ein, füllt mit Ihnen den Fragebogen aus und
sendet alle Unterlagen an Clinical Research Center for Hair and Skin Science, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Klinisches Studienzentrum für Haut- und Haarforschung.

09/08/2016

haircoaching - Es bleibt dabei: Die Prognose bei der alopecia areata verschlechtert sich, wenn der Haarausfall erstmals im Kindesalter auftrat, große Teile des Kopfes (Körpers) betroffen sind, der Haarausfall länger anhält, es sich um eine Areata vom Ophiasis-Typ handelt (schlangenförmige kahle Stelle im Nacken), die Nägel beteiligt sind, andere Autoimmunerkrankungen vorliegen und/oder der kreisrunde Haarausfall bereits bei weiteren Familienmitgliedern auftrat.

Für eine klare Diagnose sind folgende Untersuchungen notwendig:

  • Untersuchung von Kopfhaar und Kopfhaut
  • Zupftest
  • Erfassung aller betroffene Körperbereiche einschl. Zupftest
  • Auflichtmikroskopie, um Vernarbungen auszuschließen

Laboruntersuchungen sind meist unnötig und sollten nur in Zweifelsfällen einbezogen werden, wie zum Beispiel bei der diffusen Form der Alopecia areata, um diese von einer normalen diffusen Alopezie zu unterscheiden. Dagegen werden bei der Auflichtmikroskopie die für die alopecia areata typischen "yellow dots" sichtbar.

PD Dr. Fischer aus Lübeck rät in den meisten Fällen zum Therapie-Prinzip "Wait and Watch", wonach zunächst ohne Behandlung eine Beobachtung im Abstand von 3, 6, 9 und 12 Monaten erfolgen sollte. Ein spontaner Wiederwuchs findet in den ersten sechs Monaten bei knapp einem Drittel der Fälle statt. Nach 12 Monaten sind es 50 - 80% der Fälle.

Therapien:
Erfolgreich bei 18 - 25% der Fälle ist die topische Reiztherapie mit Dithranol in Salbenform. MTX wurde bei einer kleinen Patientengruppe mit mittlerer Erkrankungsdauer getestet. Hierzu liegt eine ältere Studie vor. Derzeit laufende Studien zu Jansukinasen könnten weitere Behandlungsoptionen bringen. Siehe unser Bericht: Ruxolitinib und Tofacitinib


Quelle Informationen: PD Dr. Tobias Fischer auf FoBi 2016, München

02/08/2016

haircoaching - Die Betroffenenzahlen nehmen zu. Die Ärzte scheinen hilflos. Immer häufiger hört man in den letzten ein, zwei Jahren die Diagnose - vernarbende Alopezie. Wir hatten aus diesem Grund die Texte auf dieser Homepage aktualisiert.
Doch es besteht kein Grund, sich allein gelassen zu fühlen. Die Haarforscher haben das Thema bereits auf ihrer To-Do-Liste und erste, kleinere Studien und Untersuchungen laufen. Wie ist der Stand der Dinge? Eine Zusammenfassung.

Lupus erythematodes tritt häufiger bei Frauen im mittleren Alter auf. Typisch sind runde Entzündungsherde, Verhornung der Haut mit einem Übergang in eine vernarbende Alopezie. Es kann auch zu einem Befall der Mundschleimhaut kommen. Bei der Therapie kommen in erster Linie Kortisonpräparate zum Einsatz, aber auch Hydroxychloroquin, Methotrexat, Dapson etc. finden Anwendung. Zu Hydroxychloroquin wurde aktuell eine Studie veröffentlicht. STUDIE HYDROXYCHLOROQUIN

Der Lichen Planopilaris befällt zu durchschnittlich 80% Frauen um die 50 Jahre. Es ist der Prototyp der lymphozytären vernarbenden Alopezie. Die Herde sind unregelmässig. Die Patienten berichten oft von Juckreiz und Spannungsgefühl. Eine kleine Studie berichtet sogar von betroffenen Kindern im Alter zwischen 13 und 16 Jahren, bei denen die Fehldiagnose Alopecia areata vorlag. Hier der Link: Lichen Planopilaris bei Kindern
Die Behandlung entspricht im wesentlich der des Lupus erythematodes, also Kortison. Hydroxychloroquin, Methotrexat, aber auch Ciclosporin. Eine weitere Lösung bietet auch eine Haartransplantation.

Die frontal fibrosierende Alopezie, kurz FFA, wurde im Jahr 1994 erstmals durch Kossard beschrieben. Die Forschung berichtet von einer starken Zunahme der Erkrankungsfälle. Die Ursache ist bisher ungeklärt. Es scheint sich jedoch um eine Variante des Lichen Planus zu handelt. Betroffen sind zum größten Teil weiße Frauen nach der Menopause, aber auch Männer. Eine familiäre Häufung ist bekannt. Es handelt sich um eine vernarbende Alopezie im Stirnbereich. Häufig sind auch die Augenbrauen betroffen. In seltenen Fällen Wimpern und Körperbehaarung. Laboruntersuchungen verlaufen meist negativ.
Neueste Untersuchungen werfen einen interessanten Ansatz zu möglichen Ursachen auf. Aufgrund der starken Zunahme von Erkrankungsfällen geht man davon aus, dass es einen derzeit vorhandenen Verursacher geben muss. Eine im Frühjahr 2016 publizierte Studie kam u.a. zu dem Ergebnis, dass starkes Schwitzen an der Kopfhaut Neuropeptide (Stress) verursacht und eine neurogene Entzündung hervorruft. Außerdem wurde festgestellt, dass Patienten mit FFA häufiger an Schilddrüsenerkrankungen leiden, doppelt so oft Sonnenschutzmittel und leicht gehäuft Pflegeprodukte und Make-up verwenden. Auch bei dieser Erkrankung liegen Fälle im Kindesalter vor.
Bei den Therapieformen scheinen offenbar, Spritzen von Steroiden in die Kopfhaut am Erfolg versprechendsten. In diesem Zusammenhang werden auch 5-Alpha-Reductase Hemmer diskutiert. Allerdings ist hiervor aufgrund des erhöhten Risiko-Faktors für Mamakarzinome momentan zu warnen. Auch hierzu liegt eine kleine Studie vor. THERAPIE FFA

Folliculitis decalvans tritt überwiegend bei Männern ab dem 20. Lebensjahr auf. Es kommt zu Herden, bei denen Haarbüschel aus dem Follikel austreten. FD schreitet zwar nur langsam voran, wird jedoch als hochchronisch bezeichnet. In vielen Fällen sind Staphylococcus aureus nachweisbar. Wichtig für die Diagnose ist folgendes:
Ein normaler Abstrich der Haut kann ohne Ergebnis bleiben, während die tieferen Hautschichten, in denen der Haarfollikel liegt, durchaus von Bakterien befallen sein können.

Bei den Studien handelt es sich überwiegend um wenige Patienten, die untersucht wurden. Die Links in diesem Beitrag führen alle zu Studien, die in englischer Sprache verfasst sind und zu denen Patienten in einigen Fällen nur begrenzten Zugriff haben. Sprechen Sie unter Umständen Ihren Dermatologen auf die entsprechende Studie an.


Quelle Informationen: Vortrag Prof. Blume-Peytavi, FoBi 2016, München

01/06/2016

haircoaching - Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Thomas Ruzicka wird in diesem Jahr wieder die Fortbildungswoche für Dermatologie in München stattfinden. Vom 23. - 29. Juli 2016 können sich niedergelassene Dermatologen informieren, vernetzen, fortbilden. Die Fortbildungswoche findet alle zwei Jahre statt.
Wenn auch nicht im Mittelpunkt so wird das Thema Alopezie auch bei der diesjährigen Veranstaltung wieder über Möglichkeiten der Diagnostik und Behandlung von Haarausfall in Kursen und Vorträgen behandelt.
Wir werden von der diesjährigen Dermatologenwoche berichten.

06/05/2016

haar-ausfall.com - Die Frage des Monats Mai auf haar-ausfall.com erläutert einen interessanten Aspekt beim kreisrunden Haarausfall. Sie lautet:
Müssen die Stellen bei kreisrunder Haarausfall immer rund sein?
Dr. Uwe Schichtenberg, Bremen, gibt die Antwort und erläutert dabei gleich auch den Unterschied zwischen diffuser Alopezie und alopecia areata. Seine Antwort lesen Sie unter:

FRAGE MAI

02/05/2016

haircoaching - Die Nachricht rauschte vor allem durch den Online-Blätterwald: Forschern von der Tokyo University of Science war es gelungen, aus Stammzellen von Mäusen ein Stück Haut komplett mit Haaren und Talgdrüsen herzustellen.
Bedeutet das den Durchbruch und das Ende des Leidens von Menschen mit Haarausfall und Vernarbungen der Kopfhaut, bei denen jegliches Haarwachstum zerstört wurde?
Bei der Maus zumindest hat es funktioniert.
Die künstlich hergestellte Haut konnte auf eine andere Maus transplantiert werden und übernahm dort alle normalen Hautfunktionen. Verbindungen mit Nerven und Muskelfasern wurden hergestellt. Den transplantierten Nacktmäusen wuchsen so an diesen Stellen Haare.
Letztlich ist dies jedoch nur als der erste - wenn auch bahnbrechende - Versuch zu werten, das Problem Haarausfall grundlegend zu beheben. Es stellt sich nämlich auch die Frage, wie die unterschiedlichen Verursacher der diversen Haarausfall-Formen zu gegebener Zeit auch auf das transplantierte, künstliche Hautstück einwirken.

16/04/2016

haircoaching - Im Herbst 2015 veröffentlichte das Unternehmen Kerastem erste klinische Ergebnisse für die Behandlung der androgenetischen Alopezie bei Frauen und Männern.
Kerastem Technologies, ein privat geführtes Unternehmen und Teil von Bimini Technologies, ist weltweit führend bei stammzellenbasierten Ansätzen für Haarwachstum.

Ergebnisse zur sog. Kerastem-Therapie für die Behandlung der androgenetischen Alopezie wurden basierend auf einer in England durchgeführten klinischen Versuchsreihe vorgestellt. Dabei wurde "neun gesunden Patienten mit Haarausfall"* eine Spritze in das Fettgewebe der Kopfhaut verabreicht. "Der klinische Ansatz nutzt gereinigtes Fett in Kombination mit Stamm- und regenerativen Zellen, um die betroffene Kopfhaut mit Gewebe mit angereicherten Zellen zu versorgen."* Bei sechs Patienten wurde über einen Zeitraum von sechs Monaten "mithilfe der Handyscope- und Trichoscale Pro-Software" das Haarwachstum beobachtet und erfasst. Die Therapie beruht auf der Überlegung, dass das Fettgewebe eine wichtige Rolle beim Wachstumszyklus von Haarfollikeln spielen könnte.

"Die Autoren berichteten für die Patienten eine 100-prozentige Ansprechrate bei der Kerastem-Therapie nach sechs Monaten sowie bei Patienten im Frühstadium des Haarausfalls. Der prozentuale Anstieg bei der Haarmenge/-dichte wies eine Mittelwertdifferenz von 17 Prozent (p = 0,02) auf. Bei Männern im Anfangsstadium des Haarausfalls konnte ein durchschnittlicher Anstieg von 29 Prozent (p=0,057) bei der Haarmenge/Haardichte mit einer Mittelwertdifferenz von 40 Haaren pro Quadratzentimeter beobachtet werden."*


Autoren der Studie: Dr. Perez-Meza, Dr. Ziering, Dr. Sforza, Dr. Ball, Dr. Krishna, Dr. Daniels

*Quelle: Presseportal

12/04/2016

Albstadt - 2016 steht die Messe „Die Zweithaar“, die vom 16. bis 18. April in Fulda stattfinden wird,  im Zeichen des ganzheitlichen Beratungsansatzes bei Haarersatz-Patienten. „Dabei geht es vor allem darum, dass die Beratungsleistung des Zweithaar-Spezialisten nicht beim Haarersatz aufhört, sondern zum Beispiel auch Lösungsansätze für Augenbrauen und Wimpern liefert. 

Auch die nächste Messe „Die Zweithaar“ steht wieder unter einem Motto, das nicht nur die Inhalte der Vorträge der externen Referenten definiert, sondern auch Schwerpunktthema der Pressearbeit für 2016 sein wird; das Thema lautet „Ganzheitliche Beratung in der Zweithaar-Praxis“. Zielsetzung des ganzheitlichen Ansatzes ist es, den Patienten nicht nur im Hinblick auf Haarersatz kompetent zu beraten, sondern darüber hinaus die Optik des gesamten Kopfes im Blick zu haben. Dazu sollte der Zweithaar-Spezialist über die unterschiedlichen Möglichkeiten dekorativer und pflegender Kosmetik informieren können.

Haarausfall wirft bei den Betroffenen viele Fragen, Ängste und Sorgen auf. Doch in den seltensten Fällen wissen sie, woher sie die Antworten bekommen, wer ihre Ängste versteht und Lösungen für ihre Sorgen hat. „Wir möchten unseren Mitgliedern im Rahmen der Vorträge der externen Fachleute und Profis vermitteln, wie umfassend ihre Beratungsleistung sein kann. Dies unterstützt nicht nur die Vertrauensbildung zwischen Zweithaar-Spezialist und Patient, sondern kann durchaus als Kundenbindungsmaßnahme verstanden werden und durch den Verkauf entsprechender Produkte interessanten Zusatzumsatz generieren“, nennt Ramona Rausch, Geschäftsführerin BVZ, einen der Gründe für das Motto der nächsten Messe „Die Zweithaar“, die wie gewohnt in Fulda im Esperanto stattfinden wird.

22/03/2016

Bergmann - In der Zweithaar-Branche wird das Thema „Online-Handel“ schon lange heiß diskutiert; die Branche spricht sich nahezu geschlossen gegen die Präsenz von Marken-Produkten in Online-Shops aus. Auch im Hause Bergmann stand der Verkauf an Onlineplattformen erneut zur Diskussion und mit Jahresbeginn 2016 hat sich das Unternehmen gegen eine Listung bei Onlinehändlern entschieden und die noch vorhandenen Listungen gekündigt.
„Online kann die erforderliche Beratungsleistung für natürlich aussehenden Haarersatz nicht erbracht werden. Ein so beratungsintensives und individualisiertes Produkt darf nur vom dafür ausgebildeten Spezialisten verkauft werden. Zum Wohle des Images der gesamten Branche“, nennt Harald Heinz, Mitglied der Geschäftsleitung Bergmann, einen der Gründe für die Unternehmensentscheidung, sich komplett aus dem Onlinegeschäft zurückzuziehen.

Es ist ja auch verführerisch einfach und praktisch, mit einem Klick gekauft und dann wird alles nach Hause geliefert. Wenn etwas nicht gefällt oder nicht passt, dann wird es eben zurückgeschickt. Auch (meistens) ganz einfach.
Wie aber verhält es sich mit Produkten, die beratungsintensiv sind und zudem für ein optimales Ergebnis auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden sollten? Zum Beispiel Perücken.

Das Angebot an Perücken führender Marken im Netz bietet eine große Auswahl an Farben, Schnitten und Ausführungen. Professionell fotografiert an Models und von Profis für das Shooting angepasst und gestylt, sieht der Kunde eine Frisur, wie er sie sich vielleicht auch wünscht. Doch hält er seine Wunschperücke in Händen und setzt sie auf, nimmt das Drama häufig seinen Lauf und das Bild im Spiegel entspricht häufig so gar nicht dem, das man auf der Seite des Onlineshops gesehen hat. Jedem Zweithaar-Spezialisten ist klar, warum das Ergebnis nie so befriedigend sein kann wie auf dem Foto suggeriert, denn das Ergebnis der natürlichen Optik ist letzten Endes ein Zusammenspiel aus Qualität und Verarbeitung der Perücke sowie der auf die individuellen Anforderungen des Kunden abgestimmte Anpassung durch den Spezialisten. „Perücken, die ohne Beratung gekauft und dann einfach aus dem Karton genommen und aufgesetzt werden, sind leider häufig der Grund dafür, dass das Image der Perücke nach wie vor schwierig ist.
Denn auf der Straße sind diese Perücken auch als solche zu erkennen und Nährboden für Lacher und Lästereien“, so Harald Heinz, Mitglied der Geschäftsleitung Bergmann. „Durch die Außenwirkung schlecht sitzender Perücken kommt eine ganze Branche in Verruf.“ Auch Bergmann, so räumt das Unternehmen ein, habe einige der größten Perücken-Onlinehändler beliefert. „Auch wenn wir unsere Online-Aktivitäten immer kritisch betrachtet haben, haben wir diesen Distributionskanal ausprobiert. Dazu stehen wir. Doch seit Anfang diesen Jahres haben wir uns aus dem Onlinehandel zurückgezogen und unsere Zusammenarbeit mit den entsprechenden Portalen gekündigt“, erklärt Heinz die neue Unternehmens-Ausrichtung. Natürlich mag man sich jetzt fragen, warum das Unternehmen zunächst versucht hat, seine Perücken auch online zu vertreiben. Ein Zitat von Albert Einstein fasst das gut zusammen: „Wer nie einen Fehler beging, hat nie etwas Neues ausprobiert.“

 

15/03/2016

haircoaching - Hinter einer ungeklärten Antriebslosigkeit kann auch eine Erkrankung der Schilddrüse vom Typ Hashimoto-Thyreoiditis stecken. Es kommt durchaus vor, dass insbesondere Frauen gleichzeitig einen vermehrten diffusen Haarausfall beklagen.

Am häufigsten wird die Krankheit bei Frauen mittleren Alters beobachtet. Bei Hashimoto handelt es um eine Reaktion des Immunsystems, also einer Autoimmunerkrankung, die zur allmählichen Zerstörung der Schilddrüsenzellen führt.

Die Symptome sind vielfältig: Neben dem bereits erwähnten Haarausfall kann es zu Übergewicht, Müdigkeit, Veränderungen der Haut, Ausbleiben der Menstruation oder Traurigkeit kommen.

Bei einer Hashimoto-Thyreoiditis dringen die Lymphozyten, Zellen des Immunsystems, in die Schilddrüse ein, weil sie diese als Feind fehl erkennen. Und genau dieser "Fehlalarm" wird von den Haarfollikeln wahr genommen. Viele Follikel brechen die Wachstumsphase ab und treten in die Ausfallphase über.

Hashimoto muss früh erkannt werden. Bei vielen diagnostizierten Hashimoto-Fällen sind Antikörper nachweisbar; aber nicht alle, die diese Antikörper aufweisen, erkranken auch an Hashimoto.

Neben dem Nachweis der Antikörper und der Konzentration der Hormone T4 und T3 ist der wichtigste Indikator das sogenannte Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH), das die Zellen der Schilddrüse zur Hormonproduktion anregt. Die Normalwerte des TSH liegen zwischen 0,3 und 4 ME pro Liter.

Die Einstellung durch Medikamente ist schwierig. Leider bringen einige ebenfalls diffusen Haarausfall als Nebenwirkung mit sich.

Bis die Veränderungen im Blut messbar sind, vergehen ungefähr sechs Wochen. Danach dauert es, bis diese Informationen bei den Haarfollikeln ankommen und diese sich wieder auf ihren normalen Rhythmus besinnen.

Die gute Nachricht zum Schluss:

Schwere Komplikationen sind bei Hashimoto selten.

Eine Sorge vieler Patientinnen sind jedoch die Zyklusstörungen. Die Ausschüttung des Schwangerschaftshormons Prolaktin ist an den TSH-Wert gekoppelt. Ist der Prolaktingehalt im Blut zu hoch, kann der Eisprung ausbleiben.