Haarausfall Neuigkeiten

02/08/2016

haircoaching - Die Betroffenenzahlen nehmen zu. Die Ärzte scheinen hilflos. Immer häufiger hört man in den letzten ein, zwei Jahren die Diagnose - vernarbende Alopezie. Wir hatten aus diesem Grund die Texte auf dieser Homepage aktualisiert.
Doch es besteht kein Grund, sich allein gelassen zu fühlen. Die Haarforscher haben das Thema bereits auf ihrer To-Do-Liste und erste, kleinere Studien und Untersuchungen laufen. Wie ist der Stand der Dinge? Eine Zusammenfassung.

Lupus erythematodes tritt häufiger bei Frauen im mittleren Alter auf. Typisch sind runde Entzündungsherde, Verhornung der Haut mit einem Übergang in eine vernarbende Alopezie. Es kann auch zu einem Befall der Mundschleimhaut kommen. Bei der Therapie kommen in erster Linie Kortisonpräparate zum Einsatz, aber auch Hydroxychloroquin, Methotrexat, Dapson etc. finden Anwendung. Zu Hydroxychloroquin wurde aktuell eine Studie veröffentlicht. STUDIE HYDROXYCHLOROQUIN

Der Lichen Planopilaris befällt zu durchschnittlich 80% Frauen um die 50 Jahre. Es ist der Prototyp der lymphozytären vernarbenden Alopezie. Die Herde sind unregelmässig. Die Patienten berichten oft von Juckreiz und Spannungsgefühl. Eine kleine Studie berichtet sogar von betroffenen Kindern im Alter zwischen 13 und 16 Jahren, bei denen die Fehldiagnose Alopecia areata vorlag. Hier der Link: Lichen Planopilaris bei Kindern
Die Behandlung entspricht im wesentlich der des Lupus erythematodes, also Kortison. Hydroxychloroquin, Methotrexat, aber auch Ciclosporin. Eine weitere Lösung bietet auch eine Haartransplantation.

Die frontal fibrosierende Alopezie, kurz FFA, wurde im Jahr 1994 erstmals durch Kossard beschrieben. Die Forschung berichtet von einer starken Zunahme der Erkrankungsfälle. Die Ursache ist bisher ungeklärt. Es scheint sich jedoch um eine Variante des Lichen Planus zu handelt. Betroffen sind zum größten Teil weiße Frauen nach der Menopause, aber auch Männer. Eine familiäre Häufung ist bekannt. Es handelt sich um eine vernarbende Alopezie im Stirnbereich. Häufig sind auch die Augenbrauen betroffen. In seltenen Fällen Wimpern und Körperbehaarung. Laboruntersuchungen verlaufen meist negativ.
Neueste Untersuchungen werfen einen interessanten Ansatz zu möglichen Ursachen auf. Aufgrund der starken Zunahme von Erkrankungsfällen geht man davon aus, dass es einen derzeit vorhandenen Verursacher geben muss. Eine im Frühjahr 2016 publizierte Studie kam u.a. zu dem Ergebnis, dass starkes Schwitzen an der Kopfhaut Neuropeptide (Stress) verursacht und eine neurogene Entzündung hervorruft. Außerdem wurde festgestellt, dass Patienten mit FFA häufiger an Schilddrüsenerkrankungen leiden, doppelt so oft Sonnenschutzmittel und leicht gehäuft Pflegeprodukte und Make-up verwenden. Auch bei dieser Erkrankung liegen Fälle im Kindesalter vor.
Bei den Therapieformen scheinen offenbar, Spritzen von Steroiden in die Kopfhaut am Erfolg versprechendsten. In diesem Zusammenhang werden auch 5-Alpha-Reductase Hemmer diskutiert. Allerdings ist hiervor aufgrund des erhöhten Risiko-Faktors für Mamakarzinome momentan zu warnen. Auch hierzu liegt eine kleine Studie vor. THERAPIE FFA

Folliculitis decalvans tritt überwiegend bei Männern ab dem 20. Lebensjahr auf. Es kommt zu Herden, bei denen Haarbüschel aus dem Follikel austreten. FD schreitet zwar nur langsam voran, wird jedoch als hochchronisch bezeichnet. In vielen Fällen sind Staphylococcus aureus nachweisbar. Wichtig für die Diagnose ist folgendes:
Ein normaler Abstrich der Haut kann ohne Ergebnis bleiben, während die tieferen Hautschichten, in denen der Haarfollikel liegt, durchaus von Bakterien befallen sein können.

Bei den Studien handelt es sich überwiegend um wenige Patienten, die untersucht wurden. Die Links in diesem Beitrag führen alle zu Studien, die in englischer Sprache verfasst sind und zu denen Patienten in einigen Fällen nur begrenzten Zugriff haben. Sprechen Sie unter Umständen Ihren Dermatologen auf die entsprechende Studie an.


Quelle Informationen: Vortrag Prof. Blume-Peytavi, FoBi 2016, München

01/06/2016

haircoaching - Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Thomas Ruzicka wird in diesem Jahr wieder die Fortbildungswoche für Dermatologie in München stattfinden. Vom 23. - 29. Juli 2016 können sich niedergelassene Dermatologen informieren, vernetzen, fortbilden. Die Fortbildungswoche findet alle zwei Jahre statt.
Wenn auch nicht im Mittelpunkt so wird das Thema Alopezie auch bei der diesjährigen Veranstaltung wieder über Möglichkeiten der Diagnostik und Behandlung von Haarausfall in Kursen und Vorträgen behandelt.
Wir werden von der diesjährigen Dermatologenwoche berichten.

06/05/2016

haar-ausfall.com - Die Frage des Monats Mai auf haar-ausfall.com erläutert einen interessanten Aspekt beim kreisrunden Haarausfall. Sie lautet:
Müssen die Stellen bei kreisrunder Haarausfall immer rund sein?
Dr. Uwe Schichtenberg, Bremen, gibt die Antwort und erläutert dabei gleich auch den Unterschied zwischen diffuser Alopezie und alopecia areata. Seine Antwort lesen Sie unter:

FRAGE MAI

02/05/2016

haircoaching - Die Nachricht rauschte vor allem durch den Online-Blätterwald: Forschern von der Tokyo University of Science war es gelungen, aus Stammzellen von Mäusen ein Stück Haut komplett mit Haaren und Talgdrüsen herzustellen.
Bedeutet das den Durchbruch und das Ende des Leidens von Menschen mit Haarausfall und Vernarbungen der Kopfhaut, bei denen jegliches Haarwachstum zerstört wurde?
Bei der Maus zumindest hat es funktioniert.
Die künstlich hergestellte Haut konnte auf eine andere Maus transplantiert werden und übernahm dort alle normalen Hautfunktionen. Verbindungen mit Nerven und Muskelfasern wurden hergestellt. Den transplantierten Nacktmäusen wuchsen so an diesen Stellen Haare.
Letztlich ist dies jedoch nur als der erste - wenn auch bahnbrechende - Versuch zu werten, das Problem Haarausfall grundlegend zu beheben. Es stellt sich nämlich auch die Frage, wie die unterschiedlichen Verursacher der diversen Haarausfall-Formen zu gegebener Zeit auch auf das transplantierte, künstliche Hautstück einwirken.

16/04/2016

haircoaching - Im Herbst 2015 veröffentlichte das Unternehmen Kerastem erste klinische Ergebnisse für die Behandlung der androgenetischen Alopezie bei Frauen und Männern.
Kerastem Technologies, ein privat geführtes Unternehmen und Teil von Bimini Technologies, ist weltweit führend bei stammzellenbasierten Ansätzen für Haarwachstum.

Ergebnisse zur sog. Kerastem-Therapie für die Behandlung der androgenetischen Alopezie wurden basierend auf einer in England durchgeführten klinischen Versuchsreihe vorgestellt. Dabei wurde "neun gesunden Patienten mit Haarausfall"* eine Spritze in das Fettgewebe der Kopfhaut verabreicht. "Der klinische Ansatz nutzt gereinigtes Fett in Kombination mit Stamm- und regenerativen Zellen, um die betroffene Kopfhaut mit Gewebe mit angereicherten Zellen zu versorgen."* Bei sechs Patienten wurde über einen Zeitraum von sechs Monaten "mithilfe der Handyscope- und Trichoscale Pro-Software" das Haarwachstum beobachtet und erfasst. Die Therapie beruht auf der Überlegung, dass das Fettgewebe eine wichtige Rolle beim Wachstumszyklus von Haarfollikeln spielen könnte.

"Die Autoren berichteten für die Patienten eine 100-prozentige Ansprechrate bei der Kerastem-Therapie nach sechs Monaten sowie bei Patienten im Frühstadium des Haarausfalls. Der prozentuale Anstieg bei der Haarmenge/-dichte wies eine Mittelwertdifferenz von 17 Prozent (p = 0,02) auf. Bei Männern im Anfangsstadium des Haarausfalls konnte ein durchschnittlicher Anstieg von 29 Prozent (p=0,057) bei der Haarmenge/Haardichte mit einer Mittelwertdifferenz von 40 Haaren pro Quadratzentimeter beobachtet werden."*


Autoren der Studie: Dr. Perez-Meza, Dr. Ziering, Dr. Sforza, Dr. Ball, Dr. Krishna, Dr. Daniels

*Quelle: Presseportal

12/04/2016

Albstadt - 2016 steht die Messe „Die Zweithaar“, die vom 16. bis 18. April in Fulda stattfinden wird,  im Zeichen des ganzheitlichen Beratungsansatzes bei Haarersatz-Patienten. „Dabei geht es vor allem darum, dass die Beratungsleistung des Zweithaar-Spezialisten nicht beim Haarersatz aufhört, sondern zum Beispiel auch Lösungsansätze für Augenbrauen und Wimpern liefert. 

Auch die nächste Messe „Die Zweithaar“ steht wieder unter einem Motto, das nicht nur die Inhalte der Vorträge der externen Referenten definiert, sondern auch Schwerpunktthema der Pressearbeit für 2016 sein wird; das Thema lautet „Ganzheitliche Beratung in der Zweithaar-Praxis“. Zielsetzung des ganzheitlichen Ansatzes ist es, den Patienten nicht nur im Hinblick auf Haarersatz kompetent zu beraten, sondern darüber hinaus die Optik des gesamten Kopfes im Blick zu haben. Dazu sollte der Zweithaar-Spezialist über die unterschiedlichen Möglichkeiten dekorativer und pflegender Kosmetik informieren können.

Haarausfall wirft bei den Betroffenen viele Fragen, Ängste und Sorgen auf. Doch in den seltensten Fällen wissen sie, woher sie die Antworten bekommen, wer ihre Ängste versteht und Lösungen für ihre Sorgen hat. „Wir möchten unseren Mitgliedern im Rahmen der Vorträge der externen Fachleute und Profis vermitteln, wie umfassend ihre Beratungsleistung sein kann. Dies unterstützt nicht nur die Vertrauensbildung zwischen Zweithaar-Spezialist und Patient, sondern kann durchaus als Kundenbindungsmaßnahme verstanden werden und durch den Verkauf entsprechender Produkte interessanten Zusatzumsatz generieren“, nennt Ramona Rausch, Geschäftsführerin BVZ, einen der Gründe für das Motto der nächsten Messe „Die Zweithaar“, die wie gewohnt in Fulda im Esperanto stattfinden wird.

22/03/2016

Bergmann - In der Zweithaar-Branche wird das Thema „Online-Handel“ schon lange heiß diskutiert; die Branche spricht sich nahezu geschlossen gegen die Präsenz von Marken-Produkten in Online-Shops aus. Auch im Hause Bergmann stand der Verkauf an Onlineplattformen erneut zur Diskussion und mit Jahresbeginn 2016 hat sich das Unternehmen gegen eine Listung bei Onlinehändlern entschieden und die noch vorhandenen Listungen gekündigt.
„Online kann die erforderliche Beratungsleistung für natürlich aussehenden Haarersatz nicht erbracht werden. Ein so beratungsintensives und individualisiertes Produkt darf nur vom dafür ausgebildeten Spezialisten verkauft werden. Zum Wohle des Images der gesamten Branche“, nennt Harald Heinz, Mitglied der Geschäftsleitung Bergmann, einen der Gründe für die Unternehmensentscheidung, sich komplett aus dem Onlinegeschäft zurückzuziehen.

Es ist ja auch verführerisch einfach und praktisch, mit einem Klick gekauft und dann wird alles nach Hause geliefert. Wenn etwas nicht gefällt oder nicht passt, dann wird es eben zurückgeschickt. Auch (meistens) ganz einfach.
Wie aber verhält es sich mit Produkten, die beratungsintensiv sind und zudem für ein optimales Ergebnis auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden sollten? Zum Beispiel Perücken.

Das Angebot an Perücken führender Marken im Netz bietet eine große Auswahl an Farben, Schnitten und Ausführungen. Professionell fotografiert an Models und von Profis für das Shooting angepasst und gestylt, sieht der Kunde eine Frisur, wie er sie sich vielleicht auch wünscht. Doch hält er seine Wunschperücke in Händen und setzt sie auf, nimmt das Drama häufig seinen Lauf und das Bild im Spiegel entspricht häufig so gar nicht dem, das man auf der Seite des Onlineshops gesehen hat. Jedem Zweithaar-Spezialisten ist klar, warum das Ergebnis nie so befriedigend sein kann wie auf dem Foto suggeriert, denn das Ergebnis der natürlichen Optik ist letzten Endes ein Zusammenspiel aus Qualität und Verarbeitung der Perücke sowie der auf die individuellen Anforderungen des Kunden abgestimmte Anpassung durch den Spezialisten. „Perücken, die ohne Beratung gekauft und dann einfach aus dem Karton genommen und aufgesetzt werden, sind leider häufig der Grund dafür, dass das Image der Perücke nach wie vor schwierig ist.
Denn auf der Straße sind diese Perücken auch als solche zu erkennen und Nährboden für Lacher und Lästereien“, so Harald Heinz, Mitglied der Geschäftsleitung Bergmann. „Durch die Außenwirkung schlecht sitzender Perücken kommt eine ganze Branche in Verruf.“ Auch Bergmann, so räumt das Unternehmen ein, habe einige der größten Perücken-Onlinehändler beliefert. „Auch wenn wir unsere Online-Aktivitäten immer kritisch betrachtet haben, haben wir diesen Distributionskanal ausprobiert. Dazu stehen wir. Doch seit Anfang diesen Jahres haben wir uns aus dem Onlinehandel zurückgezogen und unsere Zusammenarbeit mit den entsprechenden Portalen gekündigt“, erklärt Heinz die neue Unternehmens-Ausrichtung. Natürlich mag man sich jetzt fragen, warum das Unternehmen zunächst versucht hat, seine Perücken auch online zu vertreiben. Ein Zitat von Albert Einstein fasst das gut zusammen: „Wer nie einen Fehler beging, hat nie etwas Neues ausprobiert.“

 

15/03/2016

haircoaching - Hinter einer ungeklärten Antriebslosigkeit kann auch eine Erkrankung der Schilddrüse vom Typ Hashimoto-Thyreoiditis stecken. Es kommt durchaus vor, dass insbesondere Frauen gleichzeitig einen vermehrten diffusen Haarausfall beklagen.

Am häufigsten wird die Krankheit bei Frauen mittleren Alters beobachtet. Bei Hashimoto handelt es um eine Reaktion des Immunsystems, also einer Autoimmunerkrankung, die zur allmählichen Zerstörung der Schilddrüsenzellen führt.

Die Symptome sind vielfältig: Neben dem bereits erwähnten Haarausfall kann es zu Übergewicht, Müdigkeit, Veränderungen der Haut, Ausbleiben der Menstruation oder Traurigkeit kommen.

Bei einer Hashimoto-Thyreoiditis dringen die Lymphozyten, Zellen des Immunsystems, in die Schilddrüse ein, weil sie diese als Feind fehl erkennen. Und genau dieser "Fehlalarm" wird von den Haarfollikeln wahr genommen. Viele Follikel brechen die Wachstumsphase ab und treten in die Ausfallphase über.

Hashimoto muss früh erkannt werden. Bei vielen diagnostizierten Hashimoto-Fällen sind Antikörper nachweisbar; aber nicht alle, die diese Antikörper aufweisen, erkranken auch an Hashimoto.

Neben dem Nachweis der Antikörper und der Konzentration der Hormone T4 und T3 ist der wichtigste Indikator das sogenannte Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH), das die Zellen der Schilddrüse zur Hormonproduktion anregt. Die Normalwerte des TSH liegen zwischen 0,3 und 4 ME pro Liter.

Die Einstellung durch Medikamente ist schwierig. Leider bringen einige ebenfalls diffusen Haarausfall als Nebenwirkung mit sich.

Bis die Veränderungen im Blut messbar sind, vergehen ungefähr sechs Wochen. Danach dauert es, bis diese Informationen bei den Haarfollikeln ankommen und diese sich wieder auf ihren normalen Rhythmus besinnen.

Die gute Nachricht zum Schluss:

Schwere Komplikationen sind bei Hashimoto selten.

Eine Sorge vieler Patientinnen sind jedoch die Zyklusstörungen. Die Ausschüttung des Schwangerschaftshormons Prolaktin ist an den TSH-Wert gekoppelt. Ist der Prolaktingehalt im Blut zu hoch, kann der Eisprung ausbleiben.

05/03/2016

haircoaching - Folliculitis decalvans (FD) ist eine seltene Entzündung der Kopfhaut durch schmerzhafte, die durch rezidivierende, eitrig follikuläre Absonderungen charakterisiert wurde. Sie zählt zu den sogenannten narbigen Alopezien. Da die Ursachen für FD bisher kaum bekannt sind, ist die Behandlung eine schwierige Aufgabe. Eine Vielzahl von topischen und systemischen Behandlungen wurde bisher mit unterschiedlichen Ergebnissen ausprobiert.

In einer Studie, die im Jahr 2010 publiziert wurde, stellt eine Dermatologenteam vom Department of Dermatology, The First Affiliated Hospital, Sun Yat-sen University, Guangzhou, Guangdong, in China eine Fallserie von einer Gruppe von 13 Patienten mit FD vor, die mit einer antimikrobiellen Therapie behandelt wurden.

In der Gruppe der Patienten waren 11 Männer (85%) und zwei Frauen (15%), zwischen 15 und 66 Jahren. Der Verlauf der Krankheit variierte zwischen zwei Wochen und vier Jahren.

Die Hauptbeschwerden waren vor allem schmerzhafte Kopfhaut, Läsionen begleitet von Juckreiz und Haarausfall. Ein ähnlicher Fall in der Familiengeschichte lag bei keinem der Patienten vor. Der betroffene Bereich der Kopfhaut reichte von weniger als 5% bis 20%. Acht Fälle wurden als mild und der Rest als moderate FD Fälle betrachtet.

Das Vollblutbild der Patienten zeigte keine signifikanten Abweichungen. Autoimmun- Antikörpertiter, HIV und RPR / TPPA-Titer waren negativ bei allen Patienten. In sieben Fällen, die histopathologischer Untersuchung unterzogen wurden, wurde FD mit typischer Folliculitis (Entzündung tieferer Hautschichten) mit Narben bestätigt. Staphylococcus aureus, Citrobacter koseri und Koagulase negative Staphylokokken wurden in drei Fällen nachgewiesen.

Die Behandlung wurde von einem Monat bis zu mehr als einem Jahr durchgeführt. Das Antibiotikum Minocyclin wurde mit 100 mg zweimal täglich gegeben. Als Monotherapie für durchschnittlich 5 Wochen verschwanden die Läsionen der Kopfhaut bei sieben Patienten; nur einer benötigte zwei Wochen lang oral Acitretin, und einer von ihnen hatte einen Rückfall nach acht Monaten. Eine Kombination aus Minocyclin und Rifampicin für einen Durchschnitt von 11 Wochen war wirksam bei der Behandlung von drei Patienten, bei denen Minocyclin als Monotherapie fehlgeschlagen war. Die Kombination von Clarythromycin und Rifampicin für einen Durchschnitt von 10 Wochen war auch wirksam bei der Klärung der Läsionen in zwei Fällen.

Nur ein Patient litt unter leichten Nebenwirkungen von Rifampicin (Übelkeit und Schwindel); es wurde von Clarythromycin nach einem Monat der Therapie ersetzt.

Minocyclin scheint nach dieser Studie also ein effektives, antimikrobielles Mittel in leichten Fällen zu sein. Die Verabreichung von Rifampicin und Clarithromycin in Kombination mit Minocyclin ist hilfreich bei moderaten oder resistenten Fällen. Eine frühe Behandlung von FD, mit den richtigen antimikrobiellen Substanzen ist wichtig, um die totale Zerstörung der Haarfollikel dieser Alopezie zu verhindern.

Quelle: International Journal of Trichology, Effective Treatment of Folliculitis Decalvans Using Selected Antimicrobial Agents, 2010 Jan-Jun; 2(1): 20–23.

25/02/2016

haircoaching.de - Noch nicht viel besprochen, aber dennoch wollen wir Ihnen nicht vorenthalten, was wir im Netz gefunden haben.
Junge Wissenschaftler vom Technion in Haifa haben ein Verfahren entwickelt, das dem androgenetischen Haarausfall bei Mann entgegen wirken soll. Zumindest scheint es jedoch so, als seien neue Zusammenhänge entdeckt.
Verändert wurde die Genstruktur eines auf der Kopfhaut existierenden Bacillus. Diese Bakterien scheiden das Enzym 3alfa-Hydroxysteroid-Dehydrogenase aus und könnten so das für den erblichen Haarausfall verantwortliche Di-Hydrotestosteron eindämmen. Die Wissenschaftler manipulierten auch Darmbakterien vom Typ Escherichia coli, damit dieses die enzymatischen Reaktionen übernimmt. Es wurde ein System entwickelt, "das beide genetisch veränderten Bakterien kombiniert und über einen Spezialkamm, der mit einem 3D-Drucker hergestellt wird, auf die Kopfhaut bringt".*
Bei der Eindämmung des Di-Hydrotestosteron machen sich die Wissenschaftler die Mikroflora der Kopfhaut zunutze und wollen so die Beeinflussung durch die orale Einnahme von Medikamenten vermeiden. Nebenwirkungen soll es keine geben. Nachdem sie einen Biotec-Preis mit ihrer Erfindung gewonnen haben, will sich diese Gruppe junger Wissenschaftler nun mithilfe eines Coaches in die Unternehmensgründung stürzen. Wir werden weiter berichten...


Quelle: Jüdische Allgemeine