Kühlkappe bei Chemotherapie

Bereits seit Jahrzehnten testen Forscher Kühlhauben, die durch Unterkühlung die Durchblutung der Kopfhaut während der Chemotherapie verringern. Nun finden sich wieder viele Berichte in der Presse, die von guten Erfolgen besonders bei der Anwendung in Brustkrebszentren berichten. Nach den Hannoveraner Medizinern werden Kühlkappen nun von immer mehr Kliniken in Deutschland eingesetzt.

Die Studienlage ist nach wie vor mangelhaft. Hierauf verweist der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Dort kritisiert man:

"Konkrete Empfehlungen zur Anwendung gibt es derzeit nicht. Denn theoretisch könnten aus der Anwendung Risiken entstehen: Würde das Prinzip funktionieren und kämen tatsächlich weniger Krebsmedikamente in der Kopfhaut an, könnten sie  im Umfeld der Kältehauben auch nicht gegen versprengte Tumorzellen wirken. Experten raten daher insbesondere Patienten mit Leukämie, Lymphomen oder Melanomen von Kühlhauben eher ab."
(Quelle: Krebsinformationsdient.de)

Es bleibt abzuwarten, ob die Methode sich tatsächlich durchsetzen kann.

Immer mehr Kliniken in Deutschland setzen die neue Kühlkappe aus Silikon ein. Sie sieht aus wie eine Badekappe und wird seit 2014 an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) an Brustkrebspatientinnen erprobt. Der Ansatz ist eigentlich nichts Neues. Bereits in den 1970er und 80er Jahren wurden Kühlkappen angewendet. Seit vielen Jahren bieten verschiedene Hersteller bereits Kühlkappen zur Vermeidung von Haarausfall während einer Chemotherapie an. Was bisher fehlte waren offenbar Wirksamkeitsstudien. Selbst bei gründlicher Recherche sind aber nach wie vor keine Publikationen zu Studien zu finden.

Durch die starke Abkühlung sollen die Substanzen der Chemotherapie die Haarfollikel nicht erreichen und so der Haarausfall vermieden werden. Schätzungen zufolge soll diese Methode bei 60 bis 70 Prozent der Patientinnen erfolgreich sein, so dass nur ein geringer Haarverlust hingenommen werden muss. Warum die Therapie bei anderen Patientinnen nicht so gut anschlägt, weiß man noch nicht genau. Offenbar helfen sie nicht bei allen Tumorpatienten, aber vor allem Frauen mit Brustkrebs scheinen nun eine reele Chance zu haben, ihre Haare in voller Pracht behalten zu können.

Wermutstropfen - die Kassen zahlen zwar die Perücke während der Chemotherapie, nicht aber die Kosten für die Kühlung der Kopfhaut.