Warnung vor Finasterid

Es war DAS Mittel gegen den erblichen Haarausfall beim Mann Ende der 1990er Jahre: Finasterid. Einige Nebenwirkungen waren damals schon bekannt. Was aber fehlte, waren Langzeit-Studien. Nun hat die Arzneimittelkommission einen sogenannten Rote-Hand-Brief, in dem vor möglichen Risiken bei der Anwendung gewarnt wird, an alle Ärzte versandt, und dies sogar im Namen der Hersteller! Der Inhalt bezieht sich sowohl auf die ein wie auch auf die fünf Milligramm Dosierung. Bislang gab es nur Warnhinweise für die Dosierung von fünf Milligramm.

Finasterid wurde ursprünglich gegen die gutartige Vergrößerung der Prostata entwickelt. Der Haarwuchs war ein Zufallsprodukt während der Studienreihen. In letzter Zeit mehrten sich die Warnungen vor der Einnahme von Finasterid gegen Haarausfall. Nun werden schwerere Geschütze aufgefahren.

In fast allen Medien wird derzeit von diesem Rote-Hand-Brief berichtet. Focus schreibt:

Die Ärztekammer warnt nun in Absprache mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und den Herstellern finasteridhaltiger Arzneimittel vor dem „Risiko einer sexuellen Dysfunktion, die nach Absetzen der Therapie länger als zehn Jahr fortbestehen kann“. Darunter fallen Erektions- und Ejakulationsstörungen und eine verminderte Libido. Außerdem sollten Ärzte ihre Patienten darauf hinweisen, dass es zu Stimmungsänderungen bis hin zu Depression und Suizidgedanken kommen könne. Bislang hatte man lediglich von „depressiver Verstimmung“ gesprochen. Auf Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur wurde „Angst“ als neue Nebenwirkung in den Beipackzettel von Finasterid aufgenommen.

Doch die Ärzte werden nicht nur gewarnt. Sie werden darüber hinaus aufgefordert, Männer auf die Risiken hinweisen und Verdachtsfälle sofort zu melden. Falls Sie also auch Finasterid einnehmen, sollten Sie mit Ihrem Arzt über die möglichen Nebenwirkungen sprechen.